Vom schönen Frühling...

Vor rund 300 Jahren lebte die buddhistische Shaolin-Nonne Ng Mui versteckt im Tempel des Weißen Kranich . Sie war eine der wenigen Überlebenden des Angriffs der Mandschu-Herrscher auf das legendäre Shaolin-Kloster. Um sich im Fall der Enttarnung gegen ihre Verfolger zur Wehr setzen zu können, entwickelte Ng Mui eine neue effektive Form der Selbstverteidigung.

 

Diese erhielt Jahre später den Namen "Wing Tsun", benannt nach Ng Muis erster Schülerin Yim Wing Tsun. Das junge Mädchen lebte im Dorf nahe des Tempels und wurde regelmäßig von einem Mann belästigt, der fest entschlossen war, Yim zu "erobern", obwohl sie einem anderen versprochen wa. Ng Mui erfuhr durch Zufall davon, bildete die junge Frau mit dem Einverständnis des Vaters aus und versetzte Yim so in die Lage, den ungebetenen Buhler in seine Schranken zu weisen.

 

Seither wurden die Techniken des Wing Tsun fortlaufend weitergegeben und weiterentwickelt. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Wing Tsun auch außerhalb Chinas bekannt und etablierte sich neben den vielen Kampfsportarten und Selbstverteidigungssystemen zu einer festen Größe. Heute gibt es zahlreiche verschiedene Schulen, Stile und Interpretationen des Wing Tsun.

 

Am 1. Oktober 2012 gründete Sifu Mario De Luca den Akademieverband "Yip Martial Arts National" oder kurz "Yip M.A.N.", benannt nach Großmeister Yip Man (1893-1972). Vier Jahre später, am 1. Oktober 2016, wurde ich Mitglied dieses Verbands und Schüler bei Sifu Mario De Luca. Am 1. Oktober 2017 eröffneten wir unsere neue Akademie in Düren-Birkesdorf, die seitdem wie ein zweites Zuhause für mich ist.

 

Mein Verständnis von Wing Tsun drückt sich am besten in der Metapher des Weges aus: Wing Tsun bietet die Möglichkeit, sich in einer Kunstfertigkeit zu üben und auf dem Pfad zur Meisterschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Es vereint Selbstverteidigung mit Fitness, praktischer Philosophie und Psychologie.

 

 

Seit ich Wing Tsun trainiere, fühle ich mich stärker, gelassener und selbstbewusster. Selbst an Tagen, an denen es mir nicht so gut geht, verschafft mir das Training ein außergewöhnlich gutes Körpergefühl und "levelt" meine innere Balance. Den Weg des Kung-Fu zu beschreiten, hat sich als die beste Entscheidung meines Lebens erwiesen.